Ihr Riester Check

Riester-Rente & Elternzeit/Elterngeld

Junge Eltern wollen natürlich ihre Altersvorsorge in Form einer Riester-Rente nicht unterbrechen,wenn sie Elternzeit in Anspruch nehmen und das Haushaltsbudget schmaler geworden ist, als vor der Geburt noch der Fall war. Gerade aus diesem Grund ist es absolut wichtig, dass man die Regeln für die Riester-Rente während der Elternzeit und der Zeit, in der Elterngeld bezogen wird, gut zu kennen.

Wenn auch Sie sich in den ersten drei Lebensjahren um die Betreuung und Erziehung Ihres Kindes kümmern, hat dies direkten Einfluss auf Ihr Rentenkonto – und zwar einen sehr positiven! Denn dies Zeit der Kindererziehungszeiten wird auf Ihrem Rentenkonto der Deutsche Rentenversicherung Bund gutgeschrieben. Dabei werden Sie so behandelt, als hätten Sie wie der Durchschnittsdeutsche während dieser Zeit verdient.

Riester-Rente und Elternzeit

Vereinfacht gesagt: pro Jahr der Kindererziehung wird  Ihnen ein Entgeltpunkt gutgeschrieben, so dass in drei Jahren immerhin um die 80 Euro an Altersrente verdient werden. Da die Kindererziehungszeit gleichzeitig auch eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung auslöst, steht dem kindererziehenden Elternteil in Elternzeit die Förderung (Zulagen aber auch mögliche Steuervorteile) durch die Riester-Rente offen, das die Pflichtversicherung eine sogenannte unmittelbare Förderberechtigung mit sich zieht.

Was gilt für Riester-Rente in der Elternzeit bei mehreren Kindern?

Für den Fall, dass Sie während Ihrer 36 Monate Elternzeit ein weiteres oder mehrere weitere Kinder bekommen, hat dies auch eine Auswirkung auf Ihre Riester-Rente. Denn der Zeitraum der Pflichtversicherung in der gesetzliche Rentenversicherung verlängert sich automatisch um die Summe der sogenannten „nicht genutzten Monate“.

Nehmen wir dazu mal folgendes Beispiel:

Sie haben zwei Jahre nach der Geburt Ihres ersten Kindes noch ein weiteres Kind bekommen, bedeutet dies, dass die übrigen 12 Monate Elternzeit Ihres ersten Kindes natürlich nicht verloren sind. Denn nach der Geburt des zweiten Kindes kommen Sie insgesamt weitere 48 Monate in den Genuss der Pflichtversicherung in der Elternzeit und natürlich in den Genuss der unmittelbaren Förderung durch Zulagen und Steuervorteile in der Riester-Rente.

Riester-Rente & Elternzeit – Die Tücke mit dem Mindesteigenbeitrags

Während der Elternzeit ist es absolut wichtig darauf zu achten, dass Sie für die Riester-Rente den richtigen Mindesteigenbeitrag einzuzahlen. Andernfalls kommen Sie nicht in den Genuss der vollen staatlichen Förderung – und das wäre doch viel zu schade!

Die besondere Tücke dabei liegt vor allem im ersten Jahr der Elternzeit. Denn grundsätzlich orientiert sich der Mindesteigenbeitrag an dem rentenversicherungsspflichtigen Einkommen des Vorjahres. Von diesem Betrag müssen dann vier Prozent abzüglich der Ihnen zustehenden Zulagen eingezahlt werden.

Beispiel zur Berechnung des Mindesteigenbeitrags:

Vorjahreseinkommen 20.000 Euro x 4% = 800 Euro – (1 x 154 Euro) – (1 x 300 Euro) = 346 Euro

Der Beispielberechnung zur Folge muss der/die Nutzer(-in) der Elternzeit im ersten Jahr 346 Euro für die volle Förderung der Riester-Rente einzahlen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass der Betrag für die nächsten drei Jahre dann auf den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro sinkt (Sockelbeitrag). Ein wenig skurril wird die Situation dann im vierten Jahr, also im ersten Jahr nach der Elternzeit, wenn ebenfalls nur der Mindesteigenbeitrag in den Riester-Rente eingezahlt werden muss, obwohl Sie möglicherweise bereits wieder voll wieder arbeiten. Auch hier gilt wiederum die Regelung des Vorjahreseinkommen als maßgeblicher Faktor für die Berechnung des Mindesteigenbeitrags.

Besonders aufpassen müssen vor allem auch Mütter, die vor der Elternzeit nicht gearbeitet und den Riester-Rente als mittelbar Berechtigte (über den Ehemann) abgeschlossen haben. Diese müssen dann – anders als es vor dem Jahr 2012 noch war (zum 01.01.2012 wurde das per Gesetz neu eingeführt)  – während der Elternzeit ebenfalls den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro in Ihre Riester-Rente einzahlen, da Sie in der Elternzeit unmittelbar berechtigt sind.

Riester-Rente und Elterngeld

Nicht zwangsläufig gehört das Elterngeld und Elternzeit untrennbar zueinander. Denn sowohl Selbständige als auch Freiberufler haben keinerlei Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen, weil sie per Gesetz nur Arbeitnehmern zusteht. Dennoch können auch Selbständige Elterngeld bekommen, wenn sie für eine Zeit aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Die entscheidene Frage in Bezug auf die Riester-Rente und Elterngeld ist allerdings:

Haben Selbständige oder auch Freiberufler einen Anspruch auf die Förderung durch die Riester-Rente, für den Fall das sie sich um den Nachwuchs kümmern und Elterngeld erhalten? Das Bundesministerium für Finanzen hat die klar bejaht (BMF-Schreiben vom 14.11.2007, IV C 8-S 2492/07/0004) und diese mit Arbeitnehmern gleichgestellt.

Auch das Elterngeld selbst keinen unmittelbaren Anspruch auf Förderung der Riester-Rente auslöst, ist eine Bewilligung von Elterngeld für die Betreuung erforderlich. Und eine Betreuung führt automatisch – wie bereits weiter oben dargestellt – zu einer Rentenversicherungspflicht und damit natürlich auch zur unmittelbaren Berechtigung. Um die volle Förderung durch Zulagen zu erhalten ist selbstverständlich auch in diesem Fall der obligatorische Mindesteigenbeitrag entsprechend des Vorjahreseinkommens zu ermitteln.

WICHTIG BEI ELTERNGELD IM ZUSAMMENHANG MIT DER RIESTER-RENTE:

Es gilt nicht als Einkommen und kann bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrags vernachlässigt werden!!!