Ihr Riester Check

Riester-Rente & Midijob – Geht das?

Wenn Sie Beschäftigung als Midijob ausüben sind Sie im Gegensatz zu einem Minijob in der gesetzlichen Rentenversicherung voll Rentenversicherungspflichtig und haben entspreched Ansprüche auf die Förderung der Riester-Rente. Von einem Midijob ist die Rede,wenn der Arbeitnehmer monatlich im Jahresdurchschnitt zwischen 450,01 Euro und 850 Euro (Stand 05/2013) verdient.

Der wesentliche Vorteil für den Arbeitnehmer liegt in der Tatsache, dass der Sozialversicherungsbeitrag in einem Midijob im Vergleich zu einer normalen sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit deutlich reduziert ist und der Midijobber somit mehr Netto für sein Brutto bekommt.

Riester-Rente im Midijob – Hohe Förderung zu geringen Beiträgen!

In der Regel liegt das rentenversicherungspflichtige Einkommen Angestellten im Midijob in Bezug auf den Mindesteigentrag und die Förderquote der Riester-Rente recht günstig. Da der Midijobber maximal 850 Euro pro Monat verdient reichen oftmals mit Hilfe der staatlichen Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage und Starter-Bonus) ein geringer Beitrag um durch einen Midijob die volle Förderung der Riester-Rente nutzen zu können. Als Beispiel möchte ich Ihnen mal einen Fall aus meiner Mandantschaft geben.

Beispiel aus der Mandantschaft:

Meine Mandantin ist verheiratet und arbeitet halbtags, neben der Erziehung ihrer zwei Kinder (3+6 Jahre) , als Steuerfachangestellte im Midijob bei einem Steuerberater. Da ihr Ehemann bereits Vorsorge über eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzt, haben wir diesen in das Konzept der Riester-Rente gar nicht erst mit eingeschlossen. Es ging von daher nur um die Altersvorsoge der Ehefrau durch Riester-Rente und Kinderzulage. Für die ältere Tochter (6 Jahre) erhält meine Mandantin ein Kinderzulage von 185 Euro, welche jährlich neben der Grundzulage von 154 Euro in die Riester-Rente fliessen. Für die jüngeren Sohn (3 Jahre alt) kommen noch weitere 300 Euro an Kinderzulage hinzu. Durch den Midijob erziehlt meine Mandantin ein rentenversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen in Höhe von 8.400 Euro. Folgende Berechnung des notwendigen Mindesteigenbeitrag der Riester-Rente kommt daher zum Tragen:

8.400 Euro (Brutto) x 4 Prozent – (1 x 154 Grundzulage) – (1 x 185 Euro Kinderzulage) – (1 x 300 Euro Kinderzulage) = -303 Euro (negativ)

Da ein negativer Mindesteigenbeitrag nicht funktioniert und mindestens der Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr in die Riester-Rente eingezahlt werden muss ergibt sich eine Förderquote von grandiosen 91 Prozent durch den deutschen Staat.

Anders gesagt: Von jedem Riester-Euro zahlt meine Mandantin mit Hilfe der Kinderzulagen lediglich 8 Cent.